Detailinformationen
Stammbuch des Daniel Wagner Staatsbibliothek Bamberg Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg Signatur: Msc.Add.2076
Stammbuch des Daniel Wagner Staatsbibliothek Bamberg ; Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg
Signatur: Msc.Add.2076
Nürnberg, Altdorf b. Nürnberg, Büdingen, Heidelberg, Straßburg, Basel, Schönthal-Flischbach, Amberg, Regensburg, Schloss Fridau (Ober-Grafendorf), Sierndorf, Wien, Baden bei Wien, Prag, Kitzingen, 1588-1629. - 299 Blätter; Reste zahlreicher weiterer, jedoch herausgetrennter Blätter noch erkennbar; enthält 312 Stammbucheinträge, 11,5 x 15,3 cm, Deutsch Latein Altgriechisch Hebräisch Französisch Italienisch. - Dokument, Stammbuch
Inhaltsangabe: 312 Stammbucheinträge, vor allem Altdorfer Professoren und Studenten sowie Nürnberger Persönlichkeiten; auf den Reisen entstanden vor allem Einträge Heidelberger, Straßburger, Basler und Wiener Professoren, insbesondere zahlreicher Mediziner beziehungsweise Ärzte. Die drei ältesten Einträge stammen von 1588 und 1590. Ein vermeintlich älterer Eintrag des Altdorfer Jura Professors Scipio Gentilis von 1581 (entstanden in Altdorf bei Nürnberg; Blatt 58r) ist ein Schreibfehler (für 1591), da dieser erst 1590 nach Altdorf gerufen wurde. Die Einträge aus Orten außerhalb Nürnbergs und Altdorfs stammen alle aus den Jahren 1601 bis 1604, außer diejenigen aus Kitzingen, welche aus dem Jahr 1607 sind (zu den Reisen siehe auch unten). Die letzten beiden Einträge entstanden im Juni 1629, dem Sterbemonat Daniel Wagners. Vor dem ersten Eintrag auf Blatt 1r fehlen mindestens zwei weitere Blätter, von denen mindestens die erste Seite beschriftet war (in Resten noch erkennbar), weitere fehlende Blätter: 2 Blätter vor Blatt 9, mindestens 2 Blätter vor Blatt 11, 1 Blatt vor Blatt 21, 3 Blätter vor Blatt 24, 2 Blätter vor Blatt 97, je 1 Blatt vor Blatt 132, 162, 172, 174, 181, 182, 189, 203, 205, 207, 212 und 216, 2 Blätter vor Blatt 222, 1 Blatt vor Blatt 230, 2 Blätter vor Blatt 233 und nochmals 1 Blatt vor Blatt 243. Somit fehlen mindestens 30 Blätter. Der jetzt erste Eintrag des Stammbuchs des Karl II. Graf von Ortenburg (geboren 1572, immatrikuliert in Altdorf 1590, gestorben am 08.11.1591 in Padua), am 12.05.1591 entstanden in Altdorf bei Nürnberg ("Carolus antiquiorus Prosapiæ Comes in Ortenburg scrip: Altorphij Noricorum. XII. Maij. Anno. CIƆ. IƆ. XCI."), stellt den seltenen Fall dar, dass ein zweiseitiger Stammmbucheintrag nicht zwei gegenüberliegende Doppelseiten ausfüllt, sondern die Recto- und Verso-Seite desselben Blattes. Im vorliegenden Fall wurde zum Text auf Blatt 1r auf Blatt 1v ein Holzschnitt mit dem Wappen der Grafen von Ortenburg geklebt. Zahlreiche Blätter sind auf- und eingeklebt, darunter 31 Blätter aus einem Stammbuchvordruck mit leeren Wappenschilden in Rahmung (teilweise nur in Resten vorhanden), jedoch wurde keiner dieser Wappenschilde ausgemalt, einige dieser Blätter sind sogar gänzlich leer. Es handelt sich dabei um eine der drei Ausgaben des Stammbuchvordrucks "Ein neues und künstliches schönes Stamm- oder Gesellenbüchlein" David de Neckers, Wien 1579 (ein Abgleich anhand der im Stammbuch Daniel Wagners vorhandenen Seiten mit den Lagebezeichnungen B, F, G, O, P, Q, Z und b schließt die Ausgabe VD16 ZV 31009 aus [diese Ausgabe in Bamberg, Signatur: Sel.361], mit der Ausgabe VD16 ZV 11426 stimmen die Seiten B, F, G, O, P, Q und b überein, Z jedoch nicht, daher stammen die eingekleben Seiten möglicherweise aus der Ausgabe VD16 ZV 30909, mit der ein Abgleich nicht möglich war), die Reihenfolge dieser eingeklebten Seiten entspricht im vorliegenden Stammbuch nicht mehr der Reihenfolge des Druckwerks, Daniel Wagner nahm also eine neue Sortierung vor. Weitere eingeklebte Seiten stammen aus einem Stammbuch mit leeren Seiten (zum Beispiel Blatt 50 mit dem Stammbucheintrag des aus Bautzen stammenden Wittenberger Professors, sächsischen Leibarztes und Melanchthon-Schwiegersohns Caspar Peucer vom 01.04.1592, das an Blatt 53 angeklebt und dann in die Lage eingenäht wurde, durch dabei vorgenommenen Randbeschnitt wurden zwei Wörter um ihre ersten Buchstaben beschnitten und in einem Fall wieder hinzugeschrieben). Daniel Wagner ergänzte das vorliegende Stammbuch somit durch Seiten zweier weiterer Stammbücher, dabei zuerst mit den Seiten des Stammbuchvordrucks, da einige dieser Seiten wiederum herausgeschnitten wurden, um die Seiten des anderen Buches anzukleben oder auf diese geklebt wurden (zum Beispiel Blatt 62, 164 und 258r). Beim flächigen Aufkleben ganzer Seiten aus den beiden Stammbüchern wurde keine Rücksicht auf als entbehrlich erachtete Stammbücheinträge genommen, wie ein überklebter Stammucheintrag auf der Rückseite des eingeklebten Blattes 255v verdeutlicht. Dieser ist nur im Gegenlicht (sehr schwer) erkennbar. Die Stammbücher wurden von Daniel Wagner parallel verwendet, deutlich zu sehen etwa an den Stammbucheinträgen von Johannes Belwitz von Nostiz ("Belwicz von Nostwicz"), Prag, 31.10.1604 (Blatt 162v) und Georg Belwitz von Nostiz ("Belvicz von Nostvicz"), Prag, 30.10.1604 (Blatt 171r). Während erstgenannter Eintrag direkt auf einer Seite des vorliegenden Stammbuchs erfolgte, ist der zweitgenannte Eintrag auf einer erst nachträglich eingeklebten (Rück-)Seite des Stammbuchvordrucks mit den leeren Wappenschilden (der Holzschnitt scheint durch) geschrieben. Mehrere weitere Seiten des Stammbuchs sind zusammengeklebt. Auf einigen Seiten sind auch noch Spuren ehemals dort aufgeklebter, jetzt fehlender Blätter vorhanden, wie auch mehrere Reste gänzlich herausgetrennter Blätter (die bereits genannten mindestens 30 fehlenden Blätter), so dass die ursprüngliche Zahl der Stammbucheinträge vermutlich größer war. Heute sind neben aufgeklebten Stammbucheinträgen noch drei aufgeklebte Wappendrucke sowie der Kupferstich mit der heiligen Monica und der Holzschnitt im Vorderdeckel vorhanden. Johann Ludwig Betulius (Birckner) aus Eger schrieb sich in Nürnberg am 05.05.1609 gleich zweimal in das Stammbuch ein: Auf Blatt 256r findet sich sein komplett deutschsprachiger, auf Blatt 257r dahingegen sein lateinischer Stammbucheintrag. Auf den Blättern 202r, 203r und 203v finden sich die Einträge von Georg Österlein, ohne Ortsangabe, 19.07.1591, einem weiteren Georg Österlein, ohne Orts- und Datumsangabe und einem dritten Georg Österlein, ohne Ortsangabe, 18.07.1591. Diese Zusammenstellung der Namensgleichen war urpsrünglich unterbrochen von einem weiteren, jetzt fehlenden Blatt zwischen Blatt 202 und 203. Letzterer (Johann Georg) ist mit seiner Immatrikulation 1595 in Altdorf bei Nürnberg nachgewiesen. Einer der beiden anderen könnte ein in Sugenheim nachgewiesener, 1626 verstorbener Pfarrer sein. Im Stammbucheintrag des Heinrich Fabricius (Blatt 42r: "Noriberge hæc scripsit M. Henricȗs Fabriciȗs Ecclesie sebaldinæ Minister pridie Com[...] Jȗlij A[nn]o 1591") findet sich eine Textkorrektur einer durchgestrichenen falschen Sonne ("Sol") durch eine gezeichente Mondsichel (Luna). Der mit "Apophthegmata Caroli ŭ [V.] Imperatoris" überschriebene Text lehnt sich stark an einen Abschnitt aus einem 1585 erschienenen Druck an (Panormita, Antonius: De Dictis & Factis Alphonsi Regis Aragonvm Et Neapolis Libri Qvatvor [...] Chronologia vitae Alphonsi et Lvdoici XII. Gall. Regis, & Carloli V. Imp. aliorumq[ue]. Apophthegmata, & aliae Annotationes Historicae, Wittenberg 1585 [VD16 B 1316], Seite 192), der die gute Anwendung der Macht der österreichischen Herrscher mit dem Schein und der Kraft von Sonne und Mond vergleicht. Im Eintrag des Altdorfer Jura-Professors Hugo Donellus vom 21.04.1591 (Blatt 48r) wurde ein Teil des Textes zunächst durchgestrichen, dann überklebt und neu geschrieben. Ein vierfach wiederholtes Chronogramm findet sich im kalligraphisch sehr sorgfältig gestalteten Stammbucheintrag des Andreas Knosp (Knospius/Cnospius) aus Amberg (ohne Ortsangabe [wohl Nürnberg] am 17.09.1618 entstanden; Blatt 272r). Je ein weiteres Chronogramm beinhalten der ebenfalls kalligraphisch sehr sorgfältige Eintrag des Nürnbergers Johann Georg Fabricius, in Nürnberg am 31.01.1612 entstanden (Blatt 283r) sowie der Eintrag des Johann Riedner, wohl in Nürnberg am 16.04.1623 entstanden (Blatt 293r). Der Stammbucheintrag des Nürnbergers(?) Andreas Daucher/Taucher (Blatt 276v) enthält zwar weder eine Orts- noch eine Datumsangabe, dafür jedoch den Verweis auf das hohe Alter Andreas Dauchers/Tauchers von 83 Jahren ("anno suæ ætatis 83"). Wahrscheinlich handelt es sich um Andreas Taucher (1521-1610 [oder 1616?]), der wohl zwischen 1571/72 und 1608 (mehrfach?) Rektor des Gymnasium Aegidianum in Nürnberg beziehungsweise Altdorf bei Nürnberg war. Der Stammbucheintrag wäre somit 1604 entstanden. Der Stammbucheintrag des Jonas Kutner (Kuttner von Kunitz), wohl in Nürnberg am 12.11.1619 entstanden (Blatt 287r), enthält einen Hinweis auf das zeitgenössische Geschehen im zweiten Jahr des 30jährigen Krieges: "Friedrich wird König von Böhmen" ("FrIDerICVS ReX BoIeMIÆ fIt"). Unklar ist dabei, ob der Text ein Chronogramm enthält (wofür man einige unpassende Buchstaben ignorieren müsste und was 1620 ergäbe) oder ob die großgeschriebenen Buchstaben ein Anagramm darstellen sollen. Der schon genannte Stammbucheinträger Caspar Peucer (01.04.1592; Blatt 50v) wird in einem weiteren Stammbucheintrag zitiert. Der Altdorfer Gymnasiast (Andreas) Veit Burger (Vitus Burgerus) bringt in seinem Stammbucheintrag (28.08. ohne Jahresangabe, aber wohl 1592 bis 1594, da in diesen Jahren am Gymnasium nachgewiesen; Blatt 102v) ein vierzeiliges Gedicht Peucers über Philipp Melanchthon beziehungsweise gegen dessen Feinde, welches er mit der Angabe einleitet, dass Peucer Melanchthons Schwiegersohn ist: "Caspar Peucerŭs socero suo philippo Mela[n]chthonis∙ Gratia pro meritis tibi magne Philipp[e] refer[tur] quam solet ingratu[m] reddere in orbe ge[nus] Ceů rabiti lacerant te tŭrba maligna Molossi set tŭa persistet Vintice causa Deo." Dieses Distichon hat Caspar Peucer nicht erst während seiner Gefangenschaft von 1574 bis 1586 verfasst (so Roebel, Martin: Humanistische Medizin und Kryptocalvinismus. Leben und medizinisches Werk des Wittenberger Medizinprofessors Caspar Peucer (1525 - 1602), Freiburg 2012, Seite 88-89), sondern bereits vor 1569, da es sich ab diesem Jahr bereits als Zitat in Stammbüchern findet. In einem Stammbuch eines auf dem Buchdeckel nur "C. A. C." genannten Halters findet sich als 30. Eintrag der Stammbucheintrag des Caspar Cruciger, Wittenberg, 28.08.1569, mit diesem Distichon (Naumburg-Schulpforte, Historische Bibliothek der Landesschule Pforta, E.o.241.z.; Petri, Hermann: Wittenberger Stammbuchblätter aus dem 16. Jahrhundert, in: Jahresbericht der königlichen Landesschule Pforta mit Festschrift zum Dreihundertfünfzigsten Stiftungsfeste der Landesschule Pforta, Naumburg/ Berlin 1893, Seite 62-80 [hier Seite 75-76]). Mindestens drei weitere Verwendungen in Stammbüchern sind bekannt, darunter mit leicht abweichendem Wortlaut im Stammbuch des Johann Jakob von Steinach im dortigen Stammbucheintrag des Nürnbergers Georg Mauritius, ohne Ortsangabe, 10.10.1582 (Graz, Universitätsbibliothek, Ms 1709, hinterer Spiegel; Loserth, Johann: Aus der protestantischen Zeit der Steiermark. Stammbuchblätter aus den Jahren 1582-1616, in: Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Oesterreich, 16. Jahrhgang, Leipzig 1895, Seite 53-77 [hier Seite 77]). Mit diesem abweichenden Wortlaut wurde es auch gedruckt bei Pezel, Christoph (Hg.): EXPLICATIONVM MELANCHTHONIARVM IN EVANGELIA Dominicalia, Pars II. A Dominica Quinquagesimae vsque ad Festum Trinitatis [...], Hanau 1594 [VD16 M 3979], Blatt )(8b (Hammer, Wilhelm: Die Melanchthonforschung im Wandel der Jahrhunderte. Ein beschreibendes Verzeichnis, Band III, Nachträge und Berichtigungen 1519-1970, Seite 498, dort zu allen vier bekannten Versionen in Stammbüchern und im Druck). Da im hier vorliegenden Stammbuch Daniel Wagners nicht der Wortlaut des Druckes Verwendung fand, scheint sich Veit Burger an die ältere, wohl mündliche Überlieferung dieses Distichons anzuschließen. Der genannte Georg Mauritius des Stammbucheintrags von 1582 für den Steiermärker Johann Jakob von Steinach ist identisch (auch erkennbar an der Handschrift) mit dem Georg Mauritius dem Älteren der im vorliegenden Stammbuch am 24.05.1606 in Nürnberg einen Stammbucheintrag verfasste und dabei ebenfalls ein Zitat Melanchthons wie auch Joachim Camerarius nutzte (Blatt 81v). Auf Blatt 227r findet sich unterhalb des Stammbucheintrags Johann Konrad Senners, ohne Ortsangabe, nach Pfingsten (also nach dem 15.05. im gregorianischen Kalender) 1592, ein vierzeiliger Reimspruch eines unbekannten, möglicherweise aus Nürnberg stammenden "M.R.N.": "Alter weiber vnd bös gelt fürt iezt der Teüfel in die welt. Alte weiber vnd pulverseck Sint des Teuffels wappenröck". Der Stammbucheintrag des Straßburger Komponisten Christoph Thomas Walliser, Altdorf bei Nürnberg, 01.07.1593 (Blatt 187v), ist zusätzlich mit einer Noten- und Textzeile einer Komposition ergänzt, einer Fuge für sechs Stimmen: "Fuga 6 voc: ex unisono post semi temp[us] imp[er]fectum." Der Text dazu lautet: "O maxima rerum Et merito pietas homini tutissima virt[us]." Eine weitere kurze Notenzeile als Beigabe findet sich beim Stammbucheintrag des Georg Koberger (Enkel des Buchdruckers Anton Koberger), Nürnberg, 09.02.1595 (Blatt 200v). "Georgius Cöberg" bezeichnet Daniel Wagner nicht nur, wie üblich, als seinen "amico" sondern auch als "contubernali". Zu zwei Stammbucheinträgen sind in der Staatsbibliothek Bamberg Stammbuchfragmente der eigenen Stammbücher der Einträger vorhanden: Zu Jacob Pömer, Nürnberg, 12.06.1606 (Blatt 12r), das Stammbuchfragment aus mehreren illustrierten Blättern I Qc 1-6 und 8 (http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-3738114) und zu Johann Georg Schwingsherlein, Altdorf bei Nürnberg, 22.10.1594 (Blatt 169r), das Stammbuchfragment aus zahlreichen aufwendig illustrierten Blättern I Qc 19-50 und 50a (http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-3738159). Neben den häufigen Sterbevermerken in Form schlichter Kreuze findet sich am Stammbucheintrag des Johann Baptist Fabricius, Altdorf bei Nürnberg, 20.05.1597 (Blatt 131r), ein ausgeschriebener Sterbevermerk mit der Angabe der letzten Position (kaiserlicher Rat) und des Sterbe-Monats und -Jahres (05.1616). Einige Stammbucheinträge enthalten biographische Angaben zum Stammbuchhalter, indem sie seine Tätigkeit als Schulrektor hervorheben. So schreibt beispielsweise Chistoph Albert (Albrecht?) von Seckendorff in Nürnberg am 25.10.1623 (Blatt 122r): "Daniel Wagners der Zeit Rectors in Neüen Spitalschul" oder Christoph Löffelholz von Kolberg der Jüngere in Nürnberg am 23.10.1620 (Blatt 279v): "D. Dan. Wagnero ad S. Spirit[us] Rectori meritissimo". Im Eintrag des Johann Philipp Schürstab, ohne Ortsangabe, 23.06.1590 (Blatt 163r), wird der Name Daniel Wagner latinisiert: "amico sŭo charissimo D. Danieli Carpentario". Der Eintrag des Tobias Bezaleel (Bezalel), entstanden in Sierndorf am 06.08.1603 (Blatt 164v), enthält ein Anagramm auf den Namen des Stammbuchhalters: aus "DANIEL WAGNERVS VVINSHEMIVS" wird "VVINVS REGNANS, MIHI SVAVE, VIDE." (mit einem "I" zu viel). Biographisches zum Stammbuchhalter: geboren in (Bad) Windsheim, wohl ab 1590 Student in Altdorf (aber anscheinend nicht im Immatrikulationsverzeichnis aufgeführt), am 11. Juli 1601 in Heidelberg als "Daniel Wagner, Winshemius" immatrikuliert, laut Georg Andreas Will: "hat er 11 Jahre zu Altdorf zugebracht und dann mit einigen Baronen und Edelleuten eine Reise durch Oesterreich, Steyermark, Kärnthen und Ungarn 5 Jahre lang gethan, worauf ihm 2 junge Herren Kressen anvertrauet worden". Laut den Zeugnissen im Stammbuch führte ihn seine erste Reise zum Studium in Heidelberg im Jahr 1601 über Büdingen dorthin, bevor er im Herbst nach Straßburg und Basel ging. Eine zweite Reise führte ab Frühjahr 1603 über Amberg und Regensburg nach Sierndorf in Niederösterreich und spätestens 1604 nach Wien, Baden bei Wien und Schloss Fridau in Ober-Grafendorf bevor es im Oktober über Prag zurück ging. Orte in der Steiermark, Kärnthen und Ungarn sind im Stammbuch nicht genannt. Ob sich dies zu der von Will genannten 5-jährigen Reise zusammen fassen lässt, muss dahin gestellt bleiben. Immerhin ist zwischen beiden Reisen (oder Reiseteilen) kein Aufenthalt in Nürnberg oder Altdorf durch einen Stammbucheintrag dokumentiert, sondern nur 1602 ein Aufenthalt im Dorf Flischbach (Schönthal-Flischbach im Oberpfälzer Wald) durch einen Stammbucheintrag nachgewiesen (Blatt 127r). Einträge aus Nürnberg und Altdorf finden sich erst wieder ab dem Jahr 1606. Eine weitere kleine Reise führte ihn im Frühjahr 1607 nach Kitzingen. Ab 1608 war er Quartus und Tertius an der Sebald-Schule in Nürnberg, ab 1616 Rektor der Spital-Schule zum Heiligen Geist. GesWagner, Daniel (-1629) [Dokumentiert]
Literaturhinweise: Auktionskatalog: "Freude und Ermuthigung". Autographen & Bücher, Eberhard Köstler, Januar 2017, Katalog 160, Tutzing 2017, Seite 1-2, Los Nummer 2.
https://gateway-bayern.de/BV044040313 (Bayerischer Verbundkatalog) https://raa.gf-franken.de/de/suche-nach-stammbuechern.html?permaLink=1590_wagner (RAA-Datenbank) https://www.zotero.org/groups/4950475/staatsbibliothek_bamberg/collections/TE7BAW9M (Forschungsdokumentation)
Darin: Wappen des Paul Paumgartner [Eintragung] Darin: Wappen des Wolfgang Stöberlein [Eintragung]
Bemerkung: Danieli Wagnero, Winshemio-Franco; Dn. Danielis Wagneri Winsheimij; D. Danieli Carpentario
Illustrationen: im Vorderdeckel ein kolorierter Holzschnitt, wohl zweites Viertel/Mitte des 16. Jahrhunderts, mit Kostümfigur (Dame reicht Herrn ein Kränzlein, leeres Spruchband); drei eingeklebte gedruckte Wappen: das erste Wappen (Blatt 1v) ein Holzschnitt mit dem Wappen der Grafen von Ortenburg, nicht koloriert, das zweite Wappen (Blatt 7r) ein Kupferstich, datiert 1594 mit dem Wappen des Paul Paumgartner († 1615) umgeben von Bogen-Architektur, in den Ecken vier Putti mit Wappenschilden, nur teilweise koloriert (siehe dort), das dritte Wappen (Blatt 283r), ebenfalls ein Kupferstich, gehört wahrscheinlich Wolfgang Stöberlein (1589-1646) aus Nürnberg (siehe dort); ein eingeklebter Kupferstich (Blatt 41r) mit Inschrift unter dem Bildfeld: "S. MONICA mater S. Augustini.", die heilige Monica in Ganzfigur stehend (vermutlich im Habit einer Nonne), im linken Arm eine hochrechteckige, oben abgerundete Tafel mit "IHS", in der linken Hand ein Tuch haltend, vor Landschaft mit Bäumen und Gebirge sowie im linken Hintergrund einem schlichten Kirchengebäude mit rechteckigem Kirchenturm im Winkel von Langhaus und Querhaus, davor angedeutet zwei Personen auf den Eingang des Südquerhauses zugehend, kolorierte Wangen und Mund sowie Goldhöhungen auf Gewand, mit roter Randleiste. Einbandbeschreibung: Lederband über Pappe mit kleinen ovalen Plattenstempeln, vier grüne Buchschließen jetzt fehlend, auf Vorder- und Rückdeckel in den Ecken Stempel mit (heraldischen) Lilien mit Köpfen in Form (natürlicher) Nelken, in der Mitte ovale Plattenstempel mit negativ geprägten Motiven, hinten Maureske und Rollwerk, vorne weibliche allegorische Figur mit Eherner Schlange sowie Kelch mit Hostie, eventuell typologische Allegorie der Erlösung, der Eucharistie oder des Glaubens (Fides). Erhaltungszustand: Rückdeckel mit großer Fehlstelle, zahlreiche Blätter mit Wurmspuren, einige herausgetrennte Blätter, einige zusammengeklebte Blätter, mehrere eingerissenen Blätter, die ersten und letzten Lagen nahezu lose, Blatt 214 lose
Objekteigenschaften: HandschriftPfad: Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg
[2017/328 (Akquisitionsnummer)]
DE-611-HS-4211113, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4211113
Erfassung: 22. Mai 2024 ; Modifikation: 19. Juni 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-07-24T11:20:15+01:00
